Story of Secret Garden Berlin

Ein Ort, der so vielfältig ist, wie seine Geschichte

Über 80 Jahre vergessen und kurz vor dem Abriss stehend wurden die ehemaligen Festsäle der Berliner Gartenstraße am Abend des 20. Novembers 2008 durch Dirk Moritz aus dem Tiefschlaf geholt. Der ehemalige Leistungssportler und Trainer, den eine Passion für das Außergewöhnliche mit wachen Augen und Ohren durchs Leben führt, war mit seiner Tochter auf dem Weg ins Stadtbad Mitte. Doch statt in die Schwimmhalle, zog es den Unternehmer durch einen Zufall in einen verlassenen Hinterhof, in dem sich eine Bauruine befand, die 1904 von der renommierten Berliner Baufirma Oskar Garbe (Ullsteinhaus) errichtet wurde. Was in der Kaiserzeit als „Fritz Schmidts Restaurant und Festsäle“ berühmt wurde und in den goldenen Zwanzigern als „Kolibri Festsäle“ die Berliner anlockte, sollte nun gesichert werden und seinen ursprünglichen Charme zurückgewinnen.

2011 wurde das Gebäude von einer tschechischen Erbengemeinschaft nach langen Verhandlungen erworben. Aufgrund fehlender Dokumente und Fotos wurde von Moritz über eineinhalb Jahre weltweit nach der wahren Geschichte des Hauses recherchiert. Parallel wurden 30 Tonnen Schutt per Hand aus dem Objekt beseitigt. Durch starken Taubenbefall waren sämtliche Etagen kontaminiert und standen aufgrund der schlechten Bausubstanz kurz vor dem Einsturz. Erst durch die Sicherung des denkmalgeschützten Gebäudes wurden historisch wertvolle Elemente, wie Türen, Wandmalereien, Holzschnitzereien, Treppenhäuser und Stuckfragmente nach und nach freigelegt.

„Obwohl der Weg von der Liebe auf den ersten Blick bis zum Baustart 2015 lang war, kam ein Abriss für uns nie infrage“, so Moritz.


Mit unermüdlicher Leidenschaft, Querdenken und dem Hinzuziehen von Spezialisten wurde die Planung für die nachhaltige Restaurierung Detail für Detail erarbeitet. Die anschließende Umsetzung zeichnete sich zunächst durch ein umfangreiches Baugenehmigungsverfahren, komplizierte Nachbarschafts- Vereinbarungen und spezielle Anforderungen an die Statik aus. Für 23 Banken war die Spezialimmobilie jedoch  wirtschaftlich nicht greifbar, die Lösung ergab sich durch eine Hamburger Privatbank.

Die umfassenden Bauarbeiten begannen im Juni 2015, auf verfälschende Materialien wurde dabei komplett verzichtet.Geschossdecken wurden erneuert, Kellerdecken abgesenkt und eine Tiefgarage für Elektrofahrzeuge geschaffen. Erreicht wird diese über einen versenkbaren, begrünten Autolift im Hof. Zusätzlich entstanden zwei Neubauetagen über dem ehemaligen Theater.

Eine besondere Herausforderung waren die acht Meter hohe Decke des großen Theatersaals im zweiten Geschoss, die aufwendigen Stuckarbeiten und die Baulogistik auf engstem Raum. Um den Saal in seiner ursprünglichen imposanten Form stützenfrei zu erhalten, wurden 14 Meter lange, frei spannende Stahlträger eingesetzt. „Eine Spezialkonstruktion aus dem Stadionbau“, verrät Moritz.

„Besonders emotional war die Öffnung der zugemauerten,
mehr als sechs Meter hohen Fenster,
in die das erste Tageslicht seit 45 Jahren schien.“

 

Bis zum Sommer 2018 wurden auf rund 1.200 qm auf vier Etagen multifunktionale Räume geschaffen, die gleichzeitig den historische Charme bewahren. In der Realisierung des Projekts „Secret Garden Berlin“ war es dem Team besonders wichtig die Themen Nachhaltigkeit und Innovation für die Zukunft des Hauses mit einfließen zu lassen.

Das flexible Nutzungskonzept bietet den Mietern die Möglichkeit die Flächen einzeln oder gesamt für Veranstaltungen wie Konzerte, gesetzte Dinner, Produktpräsentationen sowie für Firmen- und Privatveranstaltungen zu nutzen.